Das Ding – Michael Blumstein im Interview

Michael ist ein echter Rund-Um-Kraftathlet: Bodybuilding, Kraftdreikampf und Strongman. Keine Disziplin ist vor ihm sicher. Wir sprachen mit Ihm über sein Training, seine Leidenschaft und Strongman in Deutschland!

Woher kommt die Leidenschaft für das Eisen, für den Kraftsport?

Ich bin der festen Überzeugung das “Leidenschaft”, egal für was, tief in uns verankert ist. Schon sehr früh wollte ich mich gegen meine Freunde messen oder besser sein als andere Menschen in meiner Umgebung! Als 14 Jähriger habe ich mir eine eigene Bleiweste und meine ersten eigenen Hanteln, damals noch aus Getränkenfalschen selbst gebaut.

Hattest du Vorbilder im Kraftsport oder Bodybuilding?

Ehrlich gesagt, finde ich es nicht sehr effektiv, wenn du als 60kg Athlet dir Vorbilder aus z.B. der Flex oder anderen Profi-Bereichen nimmst. Für mich persönlich habe ich schnell erkannt, das meine eigene Leistung der Schlüssel zur Verbesserung ist und nicht die Leistung anderer Athleten. Es kommt darauf an, was ich leisten kann. Natürlich schaue ich mir gerne Motivationsvideos von Coleman und Co an. Bin ich allerdings ein 60kg-70kg “Pumper” und schaue mir diese Videos an, verliere ich ziemlich schnell die Realität vor Augen.

Was ganz anderes ist es, die Art und Weise wie Coleman und Co trainieren. Nie aufgeben. Dieser Fokus in den Augen, der “Hass” gegenüber den Gewichten. Das ist vorbildlich! Als Tipp für die Leser, nehmt euch als erstes Vorbilder in euren Studios oder Vereinen. Dann im Land. Dann auf der Welt. Stück für Stück arbeitet man sich so voran.

Warum tritts du bei Wettkämpfen an? Was reizt dich daran?

Wie schon in Frage 1. Ich muss mich messen. Das ist mein innerster Antrieb. Irgendwann stellt man sie die Frage: “Wie gut bin ich?”. Diese Frage kann man am besten im Wettkampf gegen andere Athlete beantworten. Wie viele “Trainingsweltmeister” sehe ich jeden Tag bei Facebook, auf Youtube. Bei Wettkämpfen allerdings, siehst du diese dann nicht! Ich habe Zuhause schwarz auf weiß wie gut oder schlecht ich bin und darauf kann ich mich beziehen. Das macht mich stolz, das motiviert mich!. Außerdem kommt man bei Wettkämpfen wirklich an seine Leistungsgrenze! Ich hatte bis jetzt bestimmt 4 Wettkämpfe im Strongman, wo ich nach der ersten Disziplin aufhören wollte, weil mein Körper völlig am Ende war. Ich hab mich durchgebissen, nicht aufgegeben und dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich. Den inneren Schweinehund zu besiegen ist großartig. Ein Sieg gegen sich selbst!

Was war für dich am Anfang deiner Trainings- bzw. Sportkarriere das Schwierigste?

Ich denke, auf meinen eigenen Körper zu hören und nicht 10 verschiedene Übungen zu machen. Nicht auf jeden zu hören im Studio der dort rum lief und alles besser wusste. Seinen eigenen Weg finden, das eigene Wissen zu stärken über den Sport, das ist wichtig. Ich habe mich an Menschen gehalten die sportlich Erfolg hatten oder habe mir selbst durch Fachbücher das Wissen angeeignet. Ein langer, langer Weg.

Wie sieht ein typischer Trainingstag in deinem Leben auf?

Morgens stehe ich gegen 7 Uhr auf und beginne meinen Tag mit einem “Mass Gainer Shake”. Danach gibt es Frühstück mit meiner Familie. Nach dem Frühstück spiele ich etwas mit meiner Tochter oder wir unternehmen etwas zusammen.

Gegen 12 Uhr esse ich wieder etwas und fahre danach zum Sport. Vor dem Sport gibt es dann einen weiteren Shake. Beim Sport trainiere ich eine Kombination aus Powerlifting und Strongman Einheiten. Dies dauert ungefähr 2-3 Stunden. Wenn ich mein Training beendet habe, gibt es einen weiteren Shake. Danach arbeite ich als Fitnesstrainer um Fun & Beauty Winsen Luhe.

Was ist deine Lieblingsdisziplin und wie trainierst du dafür?

Eine Lieblingsdisziplin habe ich keine. Leider ist meine Griffkraft von Natur aus nicht besonderst stark, darauf lege ich in jedem Training meinen Fokus. Ansonsten liebe ich alle Disziplinen aus Rücken und Schulter! Wir haben in Bad Beyensen einen eigene Strongman Halle. Dort trainiere ich immer 2-3 Strongman Disziplinen wie z.B. Yoke-Koffer-Reifen oder Log-Fass-Axt. Somit bin ich auf alles gut vorbereitet. Ich versuche 2-3 Mal die Woche mein Strongman Trainingsprogramm zu absolvieren.

Welche Erfahrungen aus deinem Sport haben dich auch in anderen Bereichen deines Lebens weitergebracht?

Durch das Krafttraining habe ich im Leben kaum Erfahrungen einbringen können, aber ich bin durch das Training ausgeglichener und zufriedener. Jeder kennt das, 2 Wochen kein Sport und man könnte durchdrehen! Schlechte Laune, der Rücken fängt langsam an Probleme zu mache, man fühlt sich schlapp usw. Mir hilft der Sport im Alltag, einfach ausgeglichener und Mental fit zu werden.

Welche(s) Ziel(e) möchtest du unbedingt noch erreichen als Athlet?

Vor 2 ½ Jahren habe ich nicht mal daran gedacht, das ich einen LKW ziehen könnte, geschweige den zu den stärksten Menschen zu gehören. An dieser Stelle einen riesen Dank an meine Famile, Freunde und Fas. Die mich immer unterstützt haben und zu mir gehalten haben! Ohne sie, wäre ich nicht da wo ich bin!

Um die Frage zu beantworten, mein Ziel ist es, der “Stärkste Mann Deutschlands” zu werden und international soviele Wettkämpfe zu bestreiten wie nur möglich!

Im Powerlifting werde ich versuchen die 900er Marke zu knacken! 350kg Kniebeuge, 350kg Kreuzheben, 215kg Bankdrücken wäre ein Traum! 😉

Auf welchen Wettkämpfen oder Veranstaltungen kann man dich dieses Jahr noch antreffen?

Alle meine Termine findet ihr auf gfsa-online.de oder bei mir im Facebook.

10. Was würdest du unseren Lesern mit auf dem Weg geben?

Ich trainiere 4-5 Mal die Woche, konsequent seit 8 Jahren! Habe bestimmt über 30 Geburtstage verpasst durch Wettkämpfe. Habe hunderte Partys nicht mitfeiern können. Unzählige Male habe ich mich verletzt. Tausend Tonnen habe ich bewegen müssen im Training und habe mehrere Niederlagen auf Wettkämpfen erfahren. Den Sommer um Studio, statt am Strand verbraucht. Genau das ist der Grund für meinen Erfolg.

Meine Tipps!
Kleine Ziele setzen. Konsequent bleiben im Training und bei der Ernährung. Aus Rückschlägen lernen und sich nicht demotivieren lassen. Sich viel Wissen aneigenen und sich an erfolgreiche Ahtleten halten. Das allerwichtigste: überzeugt sein von dem was man macht!

Der Strongman-Sport ist in Deutschland wieder im kommen. Steigende Teilnehmer, mehr Events, mehr Interesse. Der Crossfit-Hype hat mit Sicherheit seinen Beitrag dazu geleistet. Wohin soll die Reise gehen deiner Meinung nach? Was würdest du dir für den Strongman-Sport in Deutschland wünschen?

Ich bin erst etwas seit 2 Jahren dabei und merke jetzt schon einen steigenden Trend im Bereich Strongman Sport. Ich würde mir wünschen, das mehr Sportler sich zutrauen, ein Strongman Training mit zu machen, um die Alternative zu den “Fitnessstudios” kennen zu lernen.

Auserdem würde ich mir wünschen, dass dieser Sport mehr Sponsoren bekommt, damit die Athleten auch weiterhin die Möglihckeit haben viele Wettkämpfe mit zu machen!

Diese unglaubliche Kraft-Ausdauer-Leistung hat mich schon immer fasziniert am Strongman-Sport. Typen die Autos umwerfen, die LKWs ziehen, die Bäume stemmen. Wahnsinn. Was ist das für ein Gefühl, ein LKW zu ziehen?

Es ist unbeschreiblich. Ich habe nach wie vor, sehr hohen Respekt vor jeder Disziplin. Das schönste Gefühl, geben dir die Fans auf den Wettkämpfen. Wie sie staunend am Rand stehen und einem die Motivation geben, diesen Wettkampf durchzustehen!

Ein Bild bei dir aus Facebook fand ich sehr beeindruckend. Du mit 125 Kilo, ordentlich stabil, neben Zyndrunas (Big Z) Savickas mit verdammten 175 Kilo, nichts für ungut, so klein sahst du noch nie aus…

Auf internationalem Niveau treffen sich die stärksten Männer der Welt, dort dabei sein zu können ist eine Bestätigung für die ganzen Qualen die man seinen Körper abverlangt! Dort trifft man natürlich auch “Monster” wie “Big Z” und “Thor”. Das sind einfach genetische Mutanten 😉

Aber eine der größten Motivationen die man haben kann, ist neben solchen Athleten stehen zu dürfen und gegen diese anzutreten.

Vielen lieben Dank an alle Leser! Ich stehe euch bei Facebook weiteren Fragen gerne zur Verfügung und hoffe ich konnte dem einen oder anderen einen kleinen Einblick verschaffen.

Das Ding
Michael Blumstein

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