Warum deine Genetik ein zweischneidiges Schwert ist.

Es führt kein Weg dran vorbei: die einen haben sie, die anderen nicht – gute Veranlagungen. Sei es beim Musik machen, Handwerk oder Sport. Wenn du beginnst, eine Fertigkeit oder Tätigkeit zu erlernen und kannst einiges an Talent aufweisen, dann wirst du anderen gegenüber einen Vorsprung haben. Die Frage ist nur: Wirst du diesen Vorsprung halten können?

Genetik

 

Talent oder Fleiß?

Meine Tochter ist noch ein Säugling, aber natürlich mach ich mir jetzt schon Gedanken, was ich ihr später mal beibringe, welche Werte ich ihr vermitteln will. Und natürlich fällt mir da gleich die Ermunterung ein, die man heutzutage immer häufiger von Eltern gegenüber ihren Kindern zu hören bekommt (zumindest, wenn die eigenen Eltern einen leiden können):

Du kannst alles werden, was du werden willst!

Und ich bin auch der Überzeugung, dass man alles lernen kann. Das Gerede davon, dass man Mathe entweder versteht oder nicht, ist Unsinn. Jeder kann z. B. komplexe Kurvendiskussion lernen.

Wenn du dich dahinter klemmst.

Oder Malen und Zeichnen – ist auch nur eine Fertigkeit wie jede andere auch. Man kann sein Auge schulen, lernen den Stift zu führen und irgendwann naturgetreue Portraits aufs Papier bringen.

Wenn du dich dahinter klemmst.

Mit Talent fällt einem das alles natürlich leichter und man startet mit einem Vorsprung in die ganze Sache. Aber um den Vorsprung zu halten, musst du trotzdem hart arbeiten, sonst ist dein Talent wertlos, verschwendet. Dann wirst du von einem eingeholt, der kein Talent vorzuweisen hat – aber Biss. Einer, der sich durch Fleiß und harte Arbeit eine Fertigkeit nicht nur angeeignet hat, sondern sie auch noch zur Meisterschaft bringt.

Fleiß triumphiert immer über Talent.

Klar gibt es Menschen, die schlicht zu dumm für mehr als die vier Grundrechenarten sind oder so einen Knick in der Optik haben, dass sie nie richtig zeichnen lernen. Und da kann man nichts machen. Und das ist eine traurige Wahrheit, die auch für die meisten Sportarten gilt.

Kraftsport und die Genetik

„…habe nach 5 Monaten Training 200kg raw gehoben mit 15 Jahren und 88kg Körpergewicht.“ (sic!)

Das sagt der österrische Strongman und Worlds-Strongest-Man-Wettkämpfer Martin Wildauer über seine Trainingsanfänge. Da hat man doch echt keine Lust mehr (er schreibt dann auch noch weiter, dass er mit 20 Jahren das erste Mal 400 kg gehoben hat!!!). Aber der Kerl wurde stark geboren und wird es dank harter Arbeit im Training auch bleiben.

Beim Sport spielen körperliche Voraussetzungen, oder die Genetik, wie es im Fitness- und Bodybuilding-Bereich öfter heißt, eben eine weit größere Rolle als bei vielen anderen Tätigkeiten. Besonders bei Sportarten, bei denen sich die Anforderungen an Technik und Taktik in Grenzen halten, wie viele Leicht- und Schwerathletikdisziplinen. Wozu auch unser geliebter Kraftsport zählt.

Kurze Beine und lange Arme

Und es ist ja auch klar: Wenn du wie ich mit 175 cm Körpergröße und kurzen Beinen „gesegnet“ bist, dann wirst du es im Hochsprung höchstwahrscheinlich nicht in die Weltelite schaffen. Genauso wie Basketballer, die ein Stockmaß von weniger als zwei Metern aufweisen, in der NBA immer eine kuriose Ausnahme bleiben werden.

Du wirst auch feststellen, dass es innerhalb der Disziplinen des Kraftdreikampfs unterschiedlich vorteilhafte Voraussetzung gibt, was den Körperbau betrifft: Athleten mit langen Armen wird das Kreuzheben in der Regel leichter fallen, da sie das Gewicht nicht so weit vom Boden heben müssen. Dagegen hast du mit kurzen Armen beim Bankdrücken viele Vorteile, weil diese hier ebenfalls für einen kürzeren Weg sorgen, den du mit der Hantel zurücklegen musst.

Sprich, du kannst mehr Scheiben auflegen als andere.

Gene entscheiden

Und wenn du tiefer gehst, jenseits von Knochenbau, Körpermaßen und Hebelverhältnissen des Körpers, dann kommen noch viel mehr Veranlagungen zum Vorschein, die über deinen sportlichen Erfolg entscheiden: z. B. deine Verteilung der langsam- und schnellzuckenden Muskelfasern in deiner Skelettmuskulatur, wie schnell und wo du Fett ansetzt, wie gut dein Körper Energie bereitstellen kann, wie gut deine Koordination ist und vieles mehr.

Und es geht so weit, dass wir heute wissen, dass einzelne Gene z.B. bei besonders erfolgreichen Ausdauersportlern häufiger zu finden sind: Die sogenannte I-Varainte des ACE-Gens beschert ihren Trägern eine bessere Ausdauerleistung z.B. bei Kletterpartien in dünner Luft. Weswegen 94 % der Sherpas im Himalaya dieses Gen vorweisen können.

Einfach aufgeben?

Und was heißt das jetzt für dich? Was, wenn du nicht die optimalen Voraussetzungen hast, um der stärkste Mann der Welt zu werden? Was, wenn du keinen 50iger-Oberam bekommen wirst? Hantel in die Ecke schmeißen und Kopf in den Sand stecken?

Ganz entschieden: NEIN!

Für deinen Seelenfrieden ist es sicher gut, wenn du deine Veranlagungen kennst: Du weißt, dass manche Dinge für dich vielleicht nicht erreichbar sind und du verrennst dich nicht in irgendwelche völlig unrealistischen Wunschvorstellungen. Aber gleichzeitig hast du immer auch eine „gute“ Ausrede zur Hand und du gibst womöglich viel zu früh auf und strengst dich nicht genug an.

Eine zweischneidige Sache.

Denn eigentlich weißt du, dass Fleiß, harte Arbeit und eisernes Durchhaltevermögen dich weit bringen werden. Auch wenn die Karten, die dir das Leben ausgeteilt hat, nicht die besten sind. Und deshalb hast du kein Recht, irgendwelche vermeintlich schlechten Anlagen als Vorwand zu nehmen, nicht hart zu arbeiten, nicht an dich zu glauben und dich nicht zu einer besseren Version deiner selbst zu machen.

Ja, du wirst vielleicht nicht zu den Besten der Besten gehören und keinen Oscar gewinnen oder bei Olympia nicht auf dem Siegertreppchen stehen. Aber du wirst um Lichtjahre weiter kommen, als der ganze faule Rest da draußen, der es nicht einmal versucht. Deshalb sage ich dir, was ich auch meiner Tochter sagen werde, wenn sie alt genug ist:

Du musst versuchen, alles zu werden, was du werden willst.
Keine verdammten Ausreden.

Hau rein,
Max.

Keine verdammten Ausreden mehr!

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