Warum du verdammt nochmal, mehr von dir erwarten kannst.

“Vier Sätze Frontkniebeuge mit je 10 Wiederholungen schon gemacht, gar nicht schlecht”, denkst du. “Wurd´ aber auch schon ein bißchen eklig gegen Ende. Die Hantel gräbt sich immer so in den Hals und drückt auf die Luftröhre. Da kann ich immer so schwer atmen”, ertönt die kleinste Geige der Welt. “Die Oberschenkel brennen auch ganz schön. Ach, den letzten Satz kann ich mir ja eigentlich sparen.” Nein verdammt, kannst du nicht, und ich sag dir auch warum.


Gejammer und Ausreden, wie oben beschrieben hör ich immer wieder im Studio. Oft genug gibts Leute, die, wenn´s mal ein bißchen anstrengend wird, die Segel streichen. Oder die erst gar nicht wahr haben wollen, dass gewisse Dinge überhaupt möglich sind. Kennst du das auch? Zum Beispiel: “Drei Mal die Woche Kniebeuge geht überhaupt nicht, da kommt man sofort ins Übertraining”, oder auch gut: ”Kreuzheben und Kniebeuge in der selben Woche, das zerschießt mir doch das zentrale Nervensystem.” Was ein uniformiertes Waschlappengerede. Jeder von uns kann weit, weit mehr, als wir denken.

Du musst einfach mehr von dir erwarten.

Opfer bringen, für das was man liebt.

Ich zeig dir, was ich meine. Vor einiger Zeit hat man von Pet Mendes ein tolles Interview auf Lift Big Eat Big (ist ein großartiger amerikanischer Kraftsport-Blog) lesen können. Pet Mendes ist ein amerikanischer Gewichtheber und war 2011 und 2012 USA-Meister im Schwergewicht (leider hat er gedopt und wurde dafür auch ein Jahr lang gesperrt, was aber meiner Argumentation keinen Abbruch tut, wie du gleich lesen wirst).

Er hat sich vor einiger Zeit wegen einem langjährigen Hüftleiden operieren lassen und ist jetzt dabei sich wieder fit für Wettkämpfe zu machen. In dem Interview sagt er:

“Ich bin jetzt wieder Voll-Zeit-Sportler und zur Zeit noch dabei, mich wieder in Form zu bringen. Aktuell trainiere ich 10 Mal die Woche und versuche mich auf 15 Mal hochzuarbeiten.”
“I’m training again full time still getting back in shape so currently I’m doing 10 sessions a week trying to work back to 15 sessions.”

15 Trainingseinheiten die Woche. Krass. Hätte ich nicht gedacht, dass das geht. Aber das nur nebenbei. Vor der OP hat er folgendes gemacht:

“Ich hab meinen Sport, das Gewichtheben, aufgegeben und habe mir eine Vollzeitstelle gesucht, damit ich eine Krankenversicherung bekomme.”
“I quit lifting to get a full time job in order to acquire health insurance.”

und dass noch oben drauf

“… meine Genesung geht gut voran, aber da ich jetzt wieder Gewichtheber bin, ist es schwierig all die Reha zu bekommen, die gerne hätte, da ich keine Krankenversicherung und kein Einkommen haben. Aber ich komm zurecht.”
“…so recovery progress has been good now that I’m back into being a weightlifter lack of health insurance and income make it hard to get all the therapy I want but I make do.”

Vollzeit-Gewichtheber reicht nicht um die OP zu finanzieren, also gibt er auf, was er liebt, um sich um seine Gesundheit zu kümmern, da er in einem Land lebt, das keine Rundum-Krankenversicherung für jeden hat. Um danach wieder zu seinem Sport zurückkehren zu können und sich mühsam wieder zu alter Form hochzuarbeiten. Aber als Konsquenz muss er böse finanzielle Einbußen hinnehmen. Und dann gibt es Leute, die mir erzählen wollen, drei Mal die Woche regelmäßiges Training bekommen Sie nicht hin, weil es zu viel Aufwand sei.

Manchmal schlägt das Leben zu, aber Aufgeben ist nicht drin.

Anderes Beispiel: Vor einiger Zeit hat ein echter Eisenheld, den weder Daniel noch ich vorher kannten, folgendes bei uns auf der Eisenhelden-Facebookseite geschrieben:

“Vor zwei Jahren hatte ich einen sehr schweren Autounfall: 3 Wochen Koma, Schädelbasisbruch, beide Lungenflügel nur noch 25 % Leistung und gequetscht, künstlich mit beatmet, 9 Rippen gebrochen, Thrombose in beiden Waden gekriegt und zwei Monate gelegen, neu gehen lernen ,linker Oberarm zweifacher Trümmerbruch, Nerven für die linke Hand schwer gequetscht kaum funktion… Fallhand, Metallplatte im Oberam mit 14 Schrauben, extrem lauter Tinitus jede Sekunde usw.

Was ich damit sagen will, mache seit meinem 14. Lebensjahr Kraftsport, nach dem Unfall sagten mir alle Ärzte es werde nie wieder so werden wie früher habe aber dank des Sports und meines Körperbaus überlebt. Von dort an war mir klar ich werde kämpfen ich will wieder ans Eisen, egal wie. Nun zwei Jahre danach habe ich meinen ersten Einsteigercup im Strongman erfolgreich hinter mir gebracht bin stärker denn je und werde dieses Jahr versuchen im Newcomerbereich zwei Wettkämpfe zu absolvieren.

Nach jedem harten Training gucke ich in den Spiegel und sehe die ganzen Narben , sie erzählen mir einen Geschichte, vergessen tu ich sie nie , doch eins kann ich sagen , ich habe mich über euer Leid hinweg gesetzt. Wenn man einmal komplett am Boden war und muss von ganz neu Anfangen enfacht das ein Feuer von Willensstärke und Kraft in einem was weit über das sonst Vorstellbare hinaus geht ! Immer kämpfen, es gibt nur eine Richtung und die ist Vorwärts!

Lese eure Texte sehr,sehr gerne wenn man denkt man tappst auf einer Stelle lese ich eure Posts und tanke dann Kraft fürs nächste Training, das wollt ich einfach mal los werden.”

 

Der Name des Verfassers dieser Zeilen ist René Strunk, Wahnsinn. Wir fühlen uns geehrt, dass jemand von Renés Format sich für die Eisenhelden begeistert (René ich hoffe du liest das).

Oder lies mal ein wenig über eine junge Sportlerin namens Ali McWeeny:

Oder erinner dich daran, dass der Krebs Lance Armstrong wortwörtlich bei den Eiern hatte und er nach der Therapie wieder ein Rennen nach dem anderen gewann.*

*Jaja, Doping, ich weiss schon. Aber glaubst du wirklich, dass selbst wenn alle seine Konkurrenten in den Genuss der gleichen Drogen gekommen wären wie er, jemand anderes als der gute Lance auf dem Siegertreppchen gestanden wäre. Der Mann hat das Feuer, dass es zum gewinnen braucht.

Und da geht´s erst richtig los.

Und das sind nur Beispiele aus so was Unbedeutendem wie Sport. Was ist mit ausländischen Erntehelfern, die 10 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche gebückt im Feld schufften um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Oder alleinerziehenden Müttern, die in den ersten Jahre mit konstantem Schlafmangel kämpfen müssen und es trotzem schaffen arbeiten zu gehen und ihre Kinder zu versorgen. Oder die Männer und Frauen der Feuerwehr, die regelmäßig in brennende Häuser spazieren und ihr Leben riskieren, um andere zu retten. Also erzähl mir nicht, regelmäßig vier Mahlzeiten am Tag zu essen, damit die Muskeln wachsen, bekommst du nicht hin.

Es gibt unzählige Menschen da draußen, die den Titel (Eisen)Held verdient hätten. Such dir einen von Ihnen aus, häng dir sein/ihr Bild daheim an den Spiegel, schreib seine/ihre Geschichte auf ein Blatt Papier und hab es in deiner Trainingstasche immer parat. Und jedes Mal, wenn du denkst, dass du jetzt mit dem Training aufhören kannst, oder dass es ist nicht so schlimm ist, eine Einheit ausfallen zu lassen, dann wirst du dich ganz schnell wieder daran erinnern, was du von dir zu erwarten hast: MEHR.

Hau rein,

Max

 

Keine verdammten Ausreden mehr!

Trage jetzt deine E-Mail-Adresse unten ein und erhalte sofort das kostenlose Eisenhelden-Startpaket und regelmäßige Updates nur für E-Mail-Abonnenten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zurück